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Die Spielehersteller des Atari VCS

05.09.2002 · 2 Kommentare

Die Spielehersteller des Atari VCS

Oben: Ausschnitt einer Zeichnung aus einem Atari-Katalog der 1980er Jahre. (Bild: Atari)

Wenn man sich tiefergehend mit der Geschichte von Atari beschäftigt, dann gibt es viel zu entdecken ... Warum waren manche Spiele-Verpackungen für die Atari VCS Konsole silberfarben? Warum konnte man andere aufklappen wie ein Buch? Was unterschied die Hersteller der umfangreichsten Sammlung an Videospielen zurzeit des VCS überhaupt? Welche Firmen und Menschen steckten dahinter?

Viele Fragen, auf die es eine Menge überraschende Antworten gibt. Man muss allerdings zuerst einige Fakten über die Geschichte von Atari erfahren, um die Zusammenhänge zu verstehen. Fangen wir also damit an: Atari wurde am 27.10.1972 im sonnigen US-Bundesstaat Kalifornien als Atari Inc. von Nolan Bushnell und Ted Dabney gegründet.

Das Logo der Atari VCS 2600 Konsole in den 1980er Jahren. (Bild: Atari)
Das Logo der Atari VCS 2600 Konsole in den 1980er Jahren. (Bild: Atari)

Die Firma produzierte in der ersten Hälfte des Jahres 1974 verschiedene Videospiele. Darunter waren auch Grand Track 10 und World Cup Football, die allerdings beide keinen großen Erfolgen wurden. Ein großes Interesse konnte dann aber Tank verbuchen, das im gleichen Jahr entwickelt und sofort zu einem Hit in den Spielhallen wurde. Da die Preise für Microchips 1974 dramatisch sanken, entschloss sich Atari parallel zum Spielhallengeschäft (engl. Arcades) auch in den Verbrauchermarkt der Videospielkonsolen für Zuhause einzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt war Atari die einzige Firma, die in beiden Geschäftsfeldern gleichzeitig vertreten war. Ataris erstes Spiel für den Heimgebrauch war Pong. Dank eines Exklusiv-Vertrages mit der amerikanischen Handelskette Sears, konnte Atari mit dem Videospiel Pong in 1975 einen Gesamtprofit von 3 Millionen US-Dollar erwirtschaften.

Codename „Stella“

Zu dieser Zeit hatten die Entwickler bei Atari bereits einen Prototyp für eine Videospielkonsole mit dem Codenamen „Stella“ entworfen. Bei Atari wurden übrigens alle Projekte nach Namen von weiblichen Mitarbeitern benannt. Um die finanziellen Mittel erreichen zu können, die für die Weiterentwicklung der Konsole notwendig waren, wurde Atari von Bushnell im Oktober 1976 für 28 Millionen US-Dollar an Warner Communications verkauft. Warner investierte folgend ungefähr 100 Millionen US-Dollar in Atari.

Combat für das Atari VCS von 1977 war ein perfekter Spielspass für zwei Spieler. Der Screenshot zeigt die Biplanes-Variation, bei der die beiden Kontrahenten Flugzeuge fliegen, anstatt Panzer zu fahren. (Bild: Atari)
Combat für das Atari VCS von 1977 war ein perfekter Spielspass für zwei Spieler. Der Screenshot zeigt die Biplanes-Variation, bei der die beiden Kontrahenten Flugzeuge fliegen, anstatt Panzer zu fahren. (Bild: Atari)

Im Oktober 1977 veröffentlichte Atari sein „Video Computer System“ in den USA für 200 US-Dollar mit dem Steckmodul Combat, einem Satz Joysticks und einem Paar Paddles. Combat bot 27 Spielvariationen und war an Ataris Tank-Automaten angelehnt. Gegen Ende des Jahres 1978 verließ Bushnell Atari und wurde von Ray Kassar als Geschäftsführer ersetzt. Die Firmenkultur wandte sich mehr dem Profit zu und veränderte den ursprünglichen Geist von Atari. Dies war ein erster wesentlicher Wendepunkt in der wechselvollen Geschichte von Atari.

Jeden Monat ein neues Spiel

Die Spielmodule Basic Math, Video Olympics, Hunt & Score (später A Game of Concentration), Outlaw und Breakout wurden für das VCS verfügbar. In den Spielhallen löste Ataris Asteroids den Erfolg von Midways Space Invaders ab. Insgesamt wurden 12 neue Module im Jahre 1979 für das VCS entwickelt. Im Januar 1980 wurde Space Invaders für das VCS lizensiert und landete damit erneut einen Verkaufsrekord. Das Brutto-Einkommen von Atari schnellte 1980 auf 415 Millionen US-Dollar und verdoppelte sich zum Vorjahr.

Eines der neuen Spiele war Adventure. Dieses Spiel wurde zum Symbol der Unzufriedenheit der Atari-Entwickler mit ihrer Firma. Warren Robinett, der Entwickler von Adventure, programmierte einen versteckten Raum, ein so genanntes „Easter Egg“, in das Spiel hinein, in dem sein Name zu lesen war. Über diesen Weg, wollten die Entwickler sich die Anerkennung holen, die ihnen die mittlerweile unpersönlich gewordene Firma Atari nicht mehr geben konnte. Die ungewünschte und unerhörte Anonymität der Entwickler, führte am 25.04.1980 in Santa Monica zur Gründung der Firma Activision. Der Kampf der Spielehersteller für das VCS war nun offiziell eröffnet.

Activision greift an

Vier Mitarbeiter, die ähnlich wie Warren Robinett enttäuscht von den Arbeitskonditionen bei Atari waren, wollten ihre eigenen Wege gehen. Die vier waren: David Crane, Alan Miller, Bob Whitehead und Larry Kaplan.

Das ursprüngliche Logo von Activision wird bis heute fast unverändert eingesetzt. (Bild: Activision)
Das ursprüngliche Logo von Activision wird bis heute fast unverändert eingesetzt. (Bild: Activision)

Chopper Command von Activision erschien 1982. Das Spiel wurde von Bob Whitehead entwickelt und ähnelte dem bekannten Titel Defender. Ziel des Spielers war es, den Convoy am Boden vor Luftangriffen zu beschützen. (Bild: Activision)
Chopper Command von Activision erschien 1982. Das Spiel wurde von Bob Whitehead entwickelt und ähnelte dem bekannten Titel Defender. Ziel des Spielers war es, den Convoy am Boden vor Luftangriffen zu beschützen. (Bild: Activision)

Der Activision Entwickler Garry Kitchen ist bis heute mit David Crane befreundet. (Bild: Activision)
Der Activision Entwickler Garry Kitchen ist bis heute mit David Crane befreundet. (Bild: Activision)
Activision entschloss sich, ausschließlich Spiele für das VCS zu entwickeln, da es zu diesem Zeitpunkt in mehr Haushalten vorhanden war, als alle übrigen Konsolen des Marktes zusammen. Die ersten vier Spiele der neuen Firma waren Dragster, Fishing Derby, Checkers und Boxing. Activisions Titel zeichneten sich durch pfiffige und schön gezeichnete Grafiken aus. Anders als bei den Atari Spielen, wurde das Activision Logo regelmäßig im Spiel angezeigt. Die Verpackung enthielt eine ausführliche und bebilderte Anleitung mit Tipps, einen Hinweis des Entwicklers und ein Foto. Zusätzlich boten sie die Teilnahme an Wettbewerben an, bei denen Spieler eigene Fotos ihrer High-Scores zu Activision schicken konnten, um einen kleinen Preis zu gewinnen. Durch diese Ideen versuchte Activision seinen Spielen eine persönliche Note zu geben und sich mehr an den Spieler zu binden. Gegen Ende 1980 erwirtschaftete Activision so einen Profit von 12,9 Millionen US-Dollar.

Atari schlägt zurück

Im Januar 1981 wurde Missile Command von Atari veröffentlicht. Das Spiel bot 34 Variationen, inklusive einer speziellen Version für Kinder an. Obwohl Activision eine Menge interessante Ideen für die Vermarktung ihrer Titel einbrachte, wurden verschiedene Variationen einen Spiels nur mit Atari-Spielen angeboten.

Activision war dennoch sehr erfolgreich im VCS-Markt und schuf nachhaltige Videospielklassiker wie River Raid, Enduro, Kaboom! oder das legendäre Pitfall! von David Crane. Viele dieser Titel wurden später auf Heimcomputer wie dem Commodore 64 und andere Plattformen portiert.

Activisions Autorennspiel Enduro von 1983 wurde von Larry Miller geschaffen. Beim Fahren in der Nacht, konnte der Spieler nur die Rücklichter der zu überholenden Autos sehen. (Bild: Activision)
Activisions Autorennspiel Enduro von 1983 wurde von Larry Miller geschaffen. Beim Fahren in der Nacht, konnte der Spieler nur die Rücklichter der zu überholenden Autos sehen. (Bild: Activision)

Der smarte New Yorker Bill Grubb war damals 38 Jahre alt und der derzeitige Marketing Vize-Präsident bei Atari. Er entschied sich die Firma zu verlassen. Inspiriert von Activisions Erfolg traf er mit dem 32-jährigen Dennis Koble, einem Atari-Entwickler, zusammen. Koble hatte 1976 Sprint 2 und 1978 Avalanche für Atari entwickelt. Nachdem sich beide über Pläne eine eigene Firma aufzubauen ausgetauscht hatten, kamen die beiden Intellivision Entwickler Jim Goldberger (28 Jahre alt) und Brian Dougherty (26 Jahre alt) von Mattel hinzu. Grubb stellte noch zwei weitere Atari-Entwickler und insgesamt drei Hardware-Spezialisten ein. So wurde am 17.07.1981 die Firma Imagic geboren.



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