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Liebeserklärung an einen Ego-Shooter

21.11.2007 · 12 Kommentare

Liebeserklärung an einen Ego-Shooter

Oben: Strike Force ist ein Ego-Shooter auf der Unreal Tournament Engine. (Bild: André Eymann)

Eigentlich ist der Ego-Shooter Strike Force noch nicht wirklich ein Retrogame. Aber immerhin sind mittlerweile sieben Jahre vergangen, seitdem das Spiel das Licht der Welt erblickte. Genau wie damals Counter Strike als Modifikation für Half Life erschien, bahnte sich Strike Force für Unreal Tournament seinen Weg in die Herzen der Shooter-Freunde. Doch was ist dran an diesem Spiel? Warum konnte er in relativ kurzer Zeit so viele Spieler begeistern? Werfen wir nun einen Blick auf die Erfolgsgeschichte von Strike Force und lüften wir das Geheimnis dieses großartigen Shooters.

Im dritten Teil des Artikels findet ihr ein exklusives Interview mit Jori Virolainen aka „Jovi“ vom 1. März 2008. Jovi ist einer der Programmierer von Strike Force. In diesem Interview erfahrt ihr mehr über die Hintergründe, sowie über die zukünftigen Pläne.

Ein Abend in der Bank von Texas

Draußen zirpen die Zikaden. Es ist heiß. Mein Name ist Johan. Die Kampfausrüstung die ich am Körper trage, macht es mir auch nicht gerade leichter. Ich stehe vor einer Bank. Irgendwo in Texas. Links und rechts von mir Holzkisten. Ich gehe ein letztes Mal zur Inventory Station und packe noch ein paar Granaten ein. Dann gehe ich rein. Durch den gemauerten und schmalen Flur. Als ich die erste Tür öffne, höre ich ein plumpes Geräusch und ein leises „Ahhh ...“

Strike Force 1.81 - Map: Texas Bank. (Bild: André Eymann)
Strike Force 1.81 - Map: Texas Bank. (Bild: André Eymann)

Das klang wie ein Mensch. Bin ich schon so nahe dran? Zügig biege ich nach links ab und eile das Treppenhaus hinauf. Während ich laufe, tausche ich mein durchgeladenes Assault Rifle durch eine Granate aus. Am Ende des Treppenaufgangs schleudere ich das explosive Geschoss links in den Gang hinein und warte. Dann die Detonation. Und Stille. Kein Erfolg. Alles sicher, also weiter an den Toiletten vorbei und in die Hocke.

Im Inneren der Bank höre ich jemanden laufen. Nur ganz leise. Das Geräusch vermischt sich mit dem des Brunnens weiter unten in der Schalterhalle. Ganz kurz kann ich sehen, wie der Terrorist in Richtung Brunnen läuft. Also sofort die Treppen herunter und links die Galerie hinauf. Von hier habe ich eine bessere Sicht. Ich packe die Granate in den Rucksack und lade mein Assault Rifle durch. Langsam schleiche ich an der Wand entlang bis ich den Balkon über der Schalterhalle erreiche.

Unterwegs in der Texas Bank: Jeder Schritt kann der letzte sein ... (Bild: André Eymann)
Unterwegs in der Texas Bank: Jeder Schritt kann der letzte sein ... (Bild: André Eymann)
... und das Ende im Strike Force-Match bedeuten. (Bild: André Eymann)
... und das Ende im Strike Force-Match bedeuten. (Bild: André Eymann)

Das Geräusch des Wassers im Brunnen ist jetzt so laut, dass ich die Laufgeräusche meines Gegners nicht mehr hören kann. Aber sehen kann ich ihn. Er hockt rechts neben dem Brunnen und wartet. Ich lege an und schleiche nach vorn. Mein roter Visierpunkt rückt langsam über das Geländer und zielt nun direkt auf den Kopf des Rivalen.

Texas Bank: Enemy Team Eliminated. (Bild: André Eymann)
Texas Bank: Enemy Team Eliminated. (Bild: André Eymann)

Doch plötzlich steht er auf und läuft nach vorn in Richtung Galerie. Verdammt! Schnell zurück und von oben durch den Deckendurchbruch schauen. Dort unten läuft er. Sofort feuere ich das ganze Magazin meines Maschinengewehrs auf ihn ab. Er kann nicht sehen, woher die Schüsse kommen. Patronen prasseln auf den Boden. Dann sinkt mein Widersacher auf die kalten Fliesen. Überall Blut. Und dann Stille. Diese Runde geht an mich - und mein Mitspieler beißt erneut vor Frust in die Tischkante.

Neuigkeiten zu Strike Force und Red Cell

Ihr habt es schon bemerkt: Strike Force ist ein realistischer Taktik-Shooter. Das Team von Produzent Mike „Optimizer“ Hamlett hat im Jahre 2000 eine der spannendsten und professionellsten Modifikationen für die Unreal Tournament-Engine erschaffen.

Strike Force 1.81 - Map: Angel Fire. (Bild: André Eymann)
Strike Force 1.81 - Map: Angel Fire. (Bild: André Eymann)
Es muss allerdings einräumt werden, dass der helle Stern von Strike Force langsam zu verblassen droht. Die Weiterentwicklung des Spiels auf der Unreal Tournament 2004 Engine konnte den Erfolg der Vorgängerversion bisher nicht fortsetzen. Zusätzlich hat sich der Produzent mit dem neuen Projekt Strike Force Red Cell auf neue Ziele (PC und Xbox 360) konzentriert. Leider gibt es hierzu in der letzten Zeit keine Neuigkeiten. Deshalb geht es hier im Wesentlichen um Strike Force 1.7 und 1.8 - den beiden letzten Versionen für UT 99. Die Zeit wird zeigen, ob das großartige Strike Force in der Zukunft ein Comeback erleben wird.

Nur das Team zählt

Strike Force ist ein reinrassiger Multiplayer-Mod. Es gibt keine Story oder Handlung, die das Spiel wesentlich prägen. Man weiß lediglich, dass das Team an mehrere Schauplätze des Planeten ausgesandt wurde, um dem Terrorismus Einhalt zu gebieten. Und dazu sind viele Mittel recht. So verwundert es nicht, dass viele Einsätze in einem wahren Blutrausch enden. Schwache Nerven bleiben besser Zuhause. Jugendschützer auch.

Strike Force 1.81 - Map: Russion Outpost. (Bild: André Eymann)
Strike Force 1.81 - Map: Russion Outpost. (Bild: André Eymann)

Um Strike Force nicht unbedingt mit anderen Shootern vergleichen zu müssen, beschreibe ich in diesem Artikel eher wie sich das Spiel anfühlt, als auf die Technik und Features einzugehen. Dennoch sei kurz erwähnt, dass es vier Spielmodi (Deathmatch, Team Deathmatch, Hostage Rescue und Escape) gibt. Außerdem bietet das Spiel Bots an, um den Spielspass zu erhöhen. Gerade Deathmatches können so zu einem reinen Reaktionsspiel werden.

Gameplay killt Grafik

Wie oft hat man das schon über etwas betagtere Spiele gehört: „Boah, ist das eine miese Grafik. Das sieht ja aus wie in der Steinzeit.“ Da kann ich nur sagen: absolut richtig. Und: das ist aber total egal. Denn hier setzt das Gameplay den Maßstab. Und hinter dem können sich einige aktuelle Titel locker verstecken. Selbst renommierte Publisher bekommen selten so eine dichte Atmosphäre hin, wie es das Team von Strike Force geschafft hat.

Strike Force 1.81 - Map: The Park. (Bild: André Eymann)
Strike Force 1.81 - Map: The Park. (Bild: André Eymann)
Den Gegner im Visier - Map: Sleepy Town. (Bild: André Eymann)
Den Gegner im Visier - Map: Sleepy Town. (Bild: André Eymann)

Sleepy Town: langsam schleiche ich die Rampe rauf. Auf einmal - wie durch einen Zufall - steht er vor mir. Lädt gerade sein Sniper Rifle durch. Ich zoome und schalte auf 6-fache Vergrößerung. Dann drücke ich ab. Der Schuss verhallt. Mein Gegner sackt zusammen. „That was a kill“, sagt die Stimme aus dem Off.

Die Wahl der Waffe ist wichtig bei Strike Force. Wie auch bei Black oder Killzone ist sie der Protagonist des Spiels. Es ist enorm bedeutend, im richtigen Moment für den Angriff oder die Verteidigung bereit zu sein. Mensch und Maschine werden zu einer Einheit: man wird selbst zur Waffe. Dabei muss man gerade bei den Sniper Rifles auf ein durchgeladenes Magazin achten. Sonst kann ein profanes „Klick“ das letzte Geräusch sein, das man auf Erden hört.



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12 KOMMENTARE

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    Andre kommentierte zu oben
    am 05.05.2016 um 20:49 Uhr (neuester)
    Profil bei Gravatar anzeigen
    Es stimmt, Tactical Ops war damals auch ein bekannter Name. Habe ich ausprobiert, aber es kam für mich nicht an die Qualität von SF heran. Mittlerweile ist SF Geschichte und ein Reboot für eine Konsole ("Red Cell") hat damals nicht geklappt. Was natürlich aber nicht bedeutet, dass das Spiel auf aktueller PC-Hardware nicht mehr funktioniert. Insurgency kenne ich nicht nicht. Es schaut aber gut aus und klingt verlockend :) Danke für den Tipp!







    Trax kommentierte zu oben
    am 02.05.2016 um 16:47 Uhr
    Profil bei Gravatar anzeigen
    hab da auch noch was rumliegen :-) Trax[ger] von DFM. Grüsse an alle Ex-Kollegen.







    Slicer kommentierte zu oben
    am 20.03.2015 um 17:55 Uhr
    Profil bei Gravatar anzeigen
    Toll, dass es noch andere Gamer gibt, die sich an Strike Force erinnern. Mir geht es genau wie Dir. Es war eine wundervolle Zeit mit SF. Die Atmosphäre dieses MODs ist für mich unerreicht, was natürlich auch mein Grund war, den Artikel zu schreiben. Danke für Dein Feedback!



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