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Wann setzt das Retro-Gefühl ein?

20.05.2016 · 19 Kommentare

Wann setzt das Retro-Gefühl ein?

Oben: Der Stein des Anstoßes: „brotkastenblog“ stellt die ultimative Frage. (Bild: Andre Eymann)

Neulich abends bei Twitter: der Videospiele-Spezialist und Blogger Stephan Ricken aka „brotkastenblog“ postet ein Foto von Acclaims Turok-Stand auf der Games Convention 2002. Über das Bild schreibt er den Satz: »Ist das jetzt schon Retro?!«. Der Kollege von „Spielkritik“ greift die Frage auf und nur wenige Minuten später beginnt ein lebhafter Meinungsaustausch.

Dieser Artikel soll euch anregen, eure eigene Meinung in den Kommentaren zu posten. Denn wahrscheinlich hat sich fast jeder Games- oder Retrocomputing-Liebhaber schon einmal diese Frage gestellt.


Der folgende Text ist eine chronologische Abschrift der Twitter-Diskussion vom 18. Mai 2016.

Das „Gespräch“ beginnt um kurz vor 22 Uhr...

brotkastenblog (21:47 Uhr), fragt in seinem Tweet:
»Ist das jetzt schon Retro?!«

Spielkritik (21:52 Uhr):
»Ich würd sagen ja - Generation PS2/Xbox/GCN fühlt sich mittlerweile schon retro an.«

brotkastenblog (21:55 Uhr):
»ja, dem würde ich zustimmen. Geht mir auch so, wenn ich die alte Xbox anschließe.«

Spielkritik (21:58 Uhr):
»Beim Nintendo DS hab ich das Retro-Gefühl zum Beispiel noch nicht... Also dort irgendwo ist für mich die Retro-Grenze... ^^«

VSG (22:03 Uhr):
»das ist eine gute Frage: wann setzt das Retro-Gefühl ein?«

Andreas Wanda (22:09 Uhr):
»Beginnt Retro wenn die Geräte aus den Läden verschwunden sind?«

brotkastenblog (22:10 Uhr):
»...oder wenn man den Umgang mit ihnen erst wieder lernen muss?! ;)«

Andreas Wanda (22:11 Uhr):
»Oder beginnt Retro weil Geräte auf Flohmärkten wieder auftauchen?«

Andreas Wanda (22:13Uhr):
»Gefühlt ist Retro ein Wiedererkennen eines/r guten Freundes/in«

Spielkritik (22:14 Uhr):
»...von dem man fast vergessen hatte, wie er aussah. ;)«

Ravetracer (22:15 Uhr):
»Retro ist ein Lebensgefühl... ein sehr gutes!«

Spielkritik (22:17 Uhr):
»Große Rolle spielt imo, ob man fragliches Game/Konsole schon damals kannte und man sich beim Spielen „zurückerinnert“ oder erst Jahre später kennenlernt, „unbekannte Vergangenheit“ kennenlernt.«

Andreas Wanda (22:19 Uhr):
»Stimmt, zB die Mega Drive kann mir nichts nostalgisches geben aber wie spannend, alte Technik dann neu entdecken zu können.«

Spielkritik (22:21 Uhr):
»Ja, gibt aber imo einen Unterschied zwischen Nostalgie und Retro. Kannte damals zB nur das N64 - spiele ich heute PS1/Saturn fühlt sich das noch ferner an, zugleich aber neu. „Anders“ retro.«

Andreas Wanda (22:30 Uhr):
»Retro ist auch ein sich Einlassen auf „alte“ Technik, deren Merkmale heute technisch unterirdisch, aber deren Benutzererlebnis ungebrochen gut geblieben ist. Man merkt bei Retro also, wie man seine Sinne für etwas schärft das der aktuelle Markt gar nicht mehr erfassen kann.«

Spielkritik (22:37 Uhr):
»Nicht nur Technik - auch „veraltete“ Präsentation, Spielmechanik.«

Digi Saurier (00:16 Uhr):
»für uns ist das Retro-Gefühl auch wichtig im Bezug auf Aktuelles schließlich steckt in aller IT ja ne Retro-Wurzel :)«

Christian Spanik (00:18 Uhr):
»Retro ist auch Zukunft - so sehen wir das.«


Beteiligte:
brotkastenblog (@brotkastenblog), Spielkritik (@spielkritik), VSG (@vsg_de), Andreas Wanda (@obiwandiDE), Ravetracer (@ravetracer), Digi Saurier (@digisaurier) und Christian Spanik (@christianspanik).

Diskutiere mit uns!

Was ist Deine Meinung? Wann setzt für Dich das Retro-Gefühl ein? Schreibe uns in den Kommentaren!

Andre Eymann · 20.05.2016

  Acclaim, Andre Eymann, C64, Diskussion, Flohmarkt, Gefühl, Meinung, Retro, Retrocomputing, Retrogames, Retrogaming, Turok, Vintage

ÜBER DEN AUTOR

Andre Eymann
Andre Eymann
Mich faszinieren Videospiele seit dem Anfang der 1980er Jahre. Damals begegnete ich dem Videospiel-Automaten Galaga in einer öffentlichen Gaststätte. Schnell erlag ich der Ausstrahlung der Maschine. Zu diesem Zeitpunkt war ich dreizehn Jahre alt. Im Sommer 2009 habe ich Videospielgeschichten.de gegründet. Mittlerweile schreibe ich regelmäßig Texte und veröffentliche - gemeinsam mit vielen verschiedenen Autoren - Artikel über Computer- und Videospielen auf meiner Internetseite oder in Form von Gastbeiträgen für andere Projekte. Zusätzlich gestalte ich das Erscheinungsbild der Seite und kümmere mich um die Organisation und Kommunikation von VSG.

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19 KOMMENTARE

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    Andre kommentierte zu oben
    am 20.06.2016 um 20:55 Uhr
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    Vielen Dank für Deinen Kommentar!

    Das eigene Alter ist bestimmt ein wichtiger "Filter" in Bezug auf die Wahrnehmung was Retro ist, oder was nicht. Ich bin bsp. 1971 geboren und habe die allerersten Spielkonsolen und Heimcomputer miterlebt.

    Aber wenn ich gestern wieder einmal "The Legend of Zelda: The Minish Cap" gespielt habe, fühlt sich auch das für mich sehr Retro an. Dabei ist das Spiel von 2004. Na ja, auch schon wieder 12 Jahre her... ;)





    Andre kommentierte zu oben
    am 20.06.2016 um 21:05 Uhr (neuester)
    Profil bei Gravatar anzeigen
    Bestimmt ist auch das erste Spiel oder das erste System ein guter Gradmesser. Immerhin beginnt dort die "eigene Zeitrechnung". Es ist wahrscheinlich nicht verkehrt, wenn ich behaupte, dass man die ersten Spielerfahrungen nicht vergisst. Zwar hat man danach unzählige andere Titel gezockt, aber diese werden die frühesten Spielmomente nicht verdrängen. Da ich die PS2 erst sehr spät kennengelernt habe, ist sie für mich interessanterweise auch gar nicht Retro. Als Retro würde ich eher DOS-Spiele (bsp. Commander Keen usw.) bezeichnen. Die PS2 empfinde ich eher als ein "modernes" System, weil ich sie erst 2004 gekauft habe ;)











    Andre kommentierte zu oben
    am 25.05.2016 um 09:19 Uhr
    Profil bei Gravatar anzeigen
    Tolles Video! Ein wunderbares Beispiel dafür, wie der Besuch eines Ortes eine Erinnerungen auslösen kann. In diesem Fall eine Erinnerung an den C64 bzw. den Amiga und die damit verbundene Pionierzeit der Computerindustrie in Deutschland. Danke, dass Du Deine Erinnerungen mit uns geteilst hast Christian!





    Andre kommentierte zu oben
    am 23.05.2016 um 12:42 Uhr
    Profil bei Gravatar anzeigen
    Vielen Dank Andreas für Deinen interessanten Kommentar! Das Thema ist tatsächlich vielschichtig und hier wurden bereits viele spannende Facetten angesprochen. Eines ist aber schon jetzt klar geworden: man kann die Definition von "Retro" bzw. die Frage nach den Retro-Gefühlen nicht in einem Satz abhandeln. Retro ist eben nicht nur "rückwärts", sondern ganz sicher auch "vorwärts".

    Deine Artikel stellen für mich eine besondere Aufarbeitung mit den großen Klassikern dar. Sie bringen mich beim Lesen immer wieder auf neue Gedanken, weil Du Dinge einbringst, die ich vorher nicht gesehen habe. Auch dafür ein dickes Dankeschön!











    @polygonien kommentierte zu oben
    am 21.05.2016 um 11:43 Uhr
    Profil bei Gravatar anzeigen
    Keine Ahnung, welche Version ihr gespielt habt (vielleicht war es ja schlecht emuliert), aber ich finde, dass Golden Axe noch heute super spielbar ist und geübte Spieler sehr wohl wissen, wo sie die Feinde treffen müssen etc. ;)

    http://polygonien.de/



    @obiwandiDE kommentierte zu oben
    am 21.05.2016 um 11:52 Uhr
    Profil bei Gravatar anzeigen
    Die Beschreibung des Golden Axe-Revivals ist treffend geschrieben. Spielemechaniken von einst, da ein Side-Scroller noch als das große Abenteuer durchging, wirken mitunter sehr einschränkend, ist man heute zweifellos weiterentwickelte Designs gewohnt. Aber genau diese Erfahrung, das Erkennen, wie mit heute unvorstellbaren Einschränkungen verhältnismäßig Großes geschaffen werden konnte, ist des Retrografen Kern.

    Ich denke, Retro ist nicht die mitunter ernüchternde Nostalgie, sondern ein praktisches Erleben von gesellschaftlichen Strukturen, Riten, Technik, Programmier- und Kunsthandwerk, wie auch Marktentwicklung und Mediengeschichte. Retro kann somit als eine archivarische Tätigkeit verstanden werden. Bedenkt man, dass in der nicht zu fernen Zukunft vormals weitverbreitete Speichermedien nicht mehr abgespielt werden können, schon heute CDs und DVDs in der Langzeitspeicherung versagen, so ist Retro in der Computer- und Videospielebranche ein Bilderbuchbeispiel der Wahrung und Pflege eines kultur- und gesellschaftsgeschichtlichen Phänomens.

    http://www.obiwandi.at



    @g33kdating kommentierte zu oben
    am 21.05.2016 um 12:05 Uhr
    Profil bei Gravatar anzeigen
    @polygonien: Das ist ein sehr (!) guter Punkt, den ich noch nicht bedacht hatte. War damals tatsächlich auf der Wii. Die Retro-Erinnerungen kommen aber vom Amiga 500 :)

    @obiwandiDE: Interessante Idee, an das Retro-Feeling mit deinem beschriebenen archivarischen Ansatz heranzugehen. Gefällt mir und das wird sicher wichtig in Zukunft (ich freu mich meinen Kids einmal meine Games vorzustellen). Ein Gedanke bleibt mir aber: Wo ist der Spielspaß bei diesem Ansatz? In meinem beschriebenen Beispiel waren wir ganz klar darauf aus, diesen "Spaß" den wir als Kinder hatten zu wiederholen... und der hat uns eben gefehlt. Hätten wir einen mehr analytischen, archivarischen Ansatz damals gewählt, wären wir sicher nicht so enttäuscht gewesen.

    Übrigens, ich möchte mich am liebsten ab jetzt "Retro-Graf" nennen... haha

    http://www.g33kdating.com



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