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Support Your Local Gaming Blog #3: Mingo's Commodorepage

02.06.2015 · 3 Kommentare

Support Your Local Gaming Blog #3: Mingo's Commodorepage

Oben: Ein Commodore Computer der CBM-4000-Serie. (Bild: Wikipedia)

Private Sammler klassischer Computer gibt es viele. Nicht jeder aber bereitet seine Exponate so gelungen im Internet auf wie der Südtiroler Domingo Fivoli. Auf seiner Internetseite gibt es viele besondere Stücke zu bestaunen und selbst für gestandene Kenner gibt es dort noch Neues zu entdecken. Gut auch, dass Domingo zusätzlich in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, um der Welt einen Einblick in sein Hobby zu geben. Denn so geraten die schönen Maschinen von Commodore nicht in Vergessenheit. Wir durften einen Blick in Domingos private Schatzkammer werfen und haben ein Interview mit ihm gemacht. Viel Spaß bei einer Zeitreise in die Welt der Heimcomputer und der 8-bit Peripherie.

Mingo’s Commodorepage. (Bild: Domingo Fivoli)
Mingo’s Commodorepage. (Bild: Domingo Fivoli)
André Eymann: Hallo Domingo! Schön, dass Du uns einen Blick hinter Deine großartige Webseite blicken lässt. Wenn man auf Deiner schönen und übersichtlich gestalteten Commodorepage ankommt, trittst Du sofort in Kontakt mit Deinen Besuchern. Deine Startseiten-Frage „Hattest Du auch einen Commodore 64 oder einen Amiga?“ verortet Dich klar im Retrogaming-Gewerbe. Woher kommen Deine Besucher bzw. wie werden sie auf Dich aufmerksam?

Domingo Fivoli: Nun, ich denke, dass ein Großteil der Besucher meiner Seite mich durch die verschiedenen sozialen Netzwerke wie Facebook, Google+, Tumblr und Twitter findet. Ein wahrscheinlich kleinerer Teil der Besucher, die gezielt nach Informationen über Commodore Hard- oder Software suchen, findet mich über die Suchmaschine.

Die vollständige Sammlung auf einen Blick. Homecomputer soweit das Auge reicht. (Bild: Domingo Fivoli)
Die vollständige Sammlung auf einen Blick. Homecomputer soweit das Auge reicht. (Bild: Domingo Fivoli)

André Eymann: Seit wann und warum gibt es Deine Seite?

Domingo Fivoli: Ich bin mir nicht mehr ganz sicher wann die Seite zum ersten Mal online ging. Ich glaube es war 2005/2006. Allerdings war diese im Vergleich zur jetzigen Seite sehr einfach aufgebaut, ohne PHP und ohne Javascript. Ich habe die Commodorepage ursprünglich erstellt, weil es zum damaligen Zeitpunkt verständlicherweise nicht so viele Seiten zu diesem Thema gab und ich dazu beitragen wollte, Informationen über Commodore zu konservieren.

André Eymann: Wie würdest Du das Ziel von „Mingo's Commodorepage“ in einem Satz zusammenfassen?

Domingo Fivoli: Ich würde es mal so formulieren: „Archivierung und Verbreitung von Informationen über Hard- und Software von bzw. für Commodore, mit dem Ziel den Menschen zu zeigen was Commodore einmal war und was man heute noch damit machen kann.“

«Commodore stellte im Laufe der Jahre nicht nur Computer her. Die Produktpalette war enorm: Schreibmaschinen, Taschenrechner, Uhren, Büromöbel und vieles mehr.»

Domingo Fivoli

André Eymann: Warum sammelst und berichtest Du ausschließlich über Commodore-Computer? Hattest Du nie Berührung mit der „andere Seite“; sprich dem Atari- oder Sinclair-Lager?

Die C64C Light Fantastic Edition kam 1990 in England auf den Markt. Sie enthielt eine Cheetah Defender 64 Lightgun und mehrere Spiele. (Bild: Domingo Fivoli)
Die C64C Light Fantastic Edition kam 1990 in England auf den Markt. Sie enthielt eine Cheetah Defender 64 Lightgun und mehrere Spiele. (Bild: Domingo Fivoli)
Domingo Fivoli: Da muss ich etwas ausholen. Mein erster Computer war ein C64 und in der Gegend in der ich aufgewachsen bin, hatte jeder entweder einen C64 und/oder später einen Amiga 500. Andere Systeme waren relativ selten vorzufinden. Und so kam es, dass ich keinen Kontakt zu anderen Systemen hatte. Ich habe keinen Bezug zu den Systemen von Atari oder Sinclair, weil ich sie mit keinen besonderen Erinnerungen in Verbindung bringe. Was nicht bedeuten soll, dass sie „schlechter“ sind, oder dass ich sie langweilig finde.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Anfang der Neunziger wurde die Konkurrenz für Commodore immer gefährlicher und die PC-Architektur leistungsfähiger. Ich kann mich an einen 486er PC eines Freundes erinnern auf den Doom lief. Ich war absolut fasziniert! Ich fing an mich für den PC zu interessieren. Diese Interesse beschränkt sich allerdings auf den 486er oder älter.

André Eymann: Welchen Stellenwert hat das Spielen am Computer heute für Dich? Spielst Du auf der alten Original-Hardware oder lieber am Emulator?

Domingo Fivoli: Ich muss gestehen, ich spiele äußerst selten. Wenn ein Spiel meine Interesse weckt, dann teste ich dieses im Emulator, auch wenn ein echter C64 mit einer 1541 Ultimate auf meinen Schreibtisch steht. Zwei Klicks und das Spiel startet im Emulator. Ich bin nun einmal faul :)

André Eymann: Auch wenn Du eher selten spielst, so musst Du uns dennoch ein paar Lieblings-Klassiker verraten. Welche Spiele haben Dich im meisten begeistert und warum?

Domingo Fivoli: Die Spiele die mich am meisten begeistern kommen aus der 16-Bit-Zeit. Eine TOP 10 Liste könnte ich nicht aufzählen, weil es einfach zu viele tolle Spiele gab die mich heute noch faszinieren. Einige davon sind: The Chaos Engine, Turrican 1-3, Dune I + II, Maniac Mansion, Loom, Jaguar XJ220, Pinball Dreams und noch viele mehr. Aus meiner Sicht haben diese Spiele etwas gemeinsam. Gute bis sehr gute Grafik, toller Sound und sie sind nicht extrem schwer, was für mich eine Voraussetzung ist.

Terminator 2, das Computerpiel zum Film mit Arnold Schwarzenegger, für den C64 wurde 1991 von Bobby Earl entwickelt und von Ocean vertrieben. (Bild: Domingo Fivoli)
Terminator 2, das Computerpiel zum Film mit Arnold Schwarzenegger, für den C64 wurde 1991 von Bobby Earl entwickelt und von Ocean vertrieben. (Bild: Domingo Fivoli)
Das englische C64 Bundle von 1991 enthielt ein T2-Spielmodul, sowie die Programme Image System und den Modern Music Maker. (Bild: Domingo Fivoli)
Das englische C64 Bundle von 1991 enthielt ein T2-Spielmodul, sowie die Programme Image System und den Modern Music Maker. (Bild: Domingo Fivoli)

André Eymann: Deine Sammlung mit all ihre Facetten (Systeme, Peripherie, Spiele, Lektüre usw.) muss viel Platz verbrauchen. Hast Du schon ein Lagerhaus angemietet?

Domingo Fivoli: Ja, das Lagerhaus wird gerade um weitere 200 Quadratmeter erweitert. Nein, Scherz beiseite. Für meine Sammlung steht mir ein ca. 25 Quadratmeter großer Raum zur Verfügung und dieser reicht momentan vollkommen aus. Meine Sammlung nimmt einen Großteil meiner Freizeit ein, da ich jedes einzelne noch so kleine Teil fotografiere, dokumentiere und die Fotos auf meine Seite hochlade. Nicht selten müssen Reparaturen vorgenommen werden, die meine bescheidenen Elektronik-Kenntnisse herausfordern.

Mingos Arbeitsplatz. Oben rechts auf den Regalen befindet sich die Zeitschriftensammlung. (Bild: Domingo Fivoli)
Mingos Arbeitsplatz. Oben rechts auf den Regalen befindet sich die Zeitschriftensammlung. (Bild: Domingo Fivoli)

André Eymann: Du sammelst auch Literatur bzw. Zeitschriften von damals. Welche Magazine sind das und wie hast Du sie erworben? Welche Zeitschrift liegt Dir besonders am Herzen?

Domingo Fivoli: Es sind wie Du schon sagst Zeitschriften von damals, aber nicht nur für Commodore-Computer. Wo ich sie erworben habe kann ich nicht mehr genau sagen, irgendwann verliert man die übersicht :) Teilweise aus eBay-Auktionen, Retrobörsen, private Spenden...

Das Magazin das mir besonders am Herzen liegt ist definitiv die Play Time. Ich kann mich erinnern, wie ich als Junge, Sonntags zum Zeitungskiosk lief und hoffte, dass die neue Ausgabe im Regal liegt. Ich habe die Play Time damals regelrecht aufgesaugt. Die Freude war groß wenn dann sogar mal ein C64-Spiel vorgestellt wurde, was relativ selten war, da die Play Time ein recht neues Magazin war (1991-1995). Zu meiner Schande muss ich gestehen dass ich in meiner Sammlung nur eine einzige Ausgabe der Play Time habe.

«In der Gegend in der ich aufgewachsen bin, hatte jeder entweder einen C64 oder einen Amiga.»

Domingo Fivoli

André Eymann: Bist Du auch in der Retro-Szene aktiv? Gehst Du zu Börsen oder Retro-Events?

Domingo Fivoli: Ja, soweit es mir möglich ist. Ich wohne in Südtirol (Nord-Italien), was aus der Sicht eines Sammlers eine sehr ungünstige Location ist. Die einzigen Events die in meiner Reichweite liegen, finden in Rosenheim oder München statt, dazu gehört die Retrobörse und das VCF. Events die im Norden Deutschlands stattfinden, sind leider mit einer sehr langen Anreise verbunden und somit nicht rentabel. In Italien hingegen gibt es kaum nennenswerte Events.

Meistens fahre ich alleine und treffe mich mit Personen, die ich im Laufe der Jahre kennengelernt habe. Viele davon leben im Norden Deutschlands, somit sehe ich Sie äußerst selten. Ich besuche Events und Börsen hauptsächlich um Hard- und Software für meine Sammlung zu finden. Einen besonderen Schwerpunkt gibt's eigentlich nicht.

AmigaOS 3.5 erschien 1999 und bot eine modernere GUI als die Vorgängerversionen. (Bild: Domingo Fivoli)
AmigaOS 3.5 erschien 1999 und bot eine modernere GUI als die Vorgängerversionen. (Bild: Domingo Fivoli)
Farbenfroh: die deutsche Spezialvariante des A500 mit dem „Boing Ball“ Thema. (Bild: Domingo Fivoli)
Farbenfroh: die deutsche Spezialvariante des A500 mit dem „Boing Ball“ Thema. (Bild: Domingo Fivoli)

André Eymann: Auf Deiner Seite werden einige Top-Supporter aufgelistet. Wie unterstützt Dich die Community aktiv?

Domingo Fivoli: Die Community unterstützt mich auf verschiedene Art und Weise. Dazu gehören Grammatik- und Rechtschreib-Korrekturen, Fehlerkorrekturen der Hard- und Software-Datenbanken oder Teilen meiner Posts in den sozialen Netzwerken und Vieles mehr. Als kleines Dankeschön wird der Name des Unterstützers in die Liste der Supporter aufgenommen.

André Eymann: Wie wird es mit Deiner Commodorepage weitergehen? Welche Schwerpunkte sollen ausgebaut werden?

Domingo Fivoli: Konkrete Pläne habe ich nicht. Der Schwerpunkt liegt aber momentan auf der Verbesserung der bereits hochgeladenen Artikel. Besonders die Fotos müssen erneuert werden, was mit einem relativ hohen Aufwand verbunden ist. Große änderungen wird es vermutlich nicht geben, da sich die Interaktion der Besucher in den letzten Jahren auf die sozialen Netzwerke verlagert hat.

Edler kleiner Bruder. Der C16 wurde zu einem Underdog der Commodore-Gemeinde. (Bild: Domingo Fivoli)
Edler kleiner Bruder. Der C16 wurde zu einem Underdog der Commodore-Gemeinde. (Bild: Domingo Fivoli)
Hier ist der C16 mit der zugehörigen Datasette und einem Commodore-Monitor zu sehen. (Bild: Domingo Fivoli)
Hier ist der C16 mit der zugehörigen Datasette und einem Commodore-Monitor zu sehen. (Bild: Domingo Fivoli)

André Eymann: Gibt es so etwas wie einen „heiligen Gral“ des Retrocomputings für Dich? Etwas wofür Du sofort Deinen Schreibtisch im Hobbyraum freiräumen würdest?

Domingo Fivoli: Die meisten würden diese Frage wahrscheinlich mit „Commodore 65“ beantworten. Natürlich wäre so ein seltenes Gerät der Wahnsinn, für mich sind diese extrem seltenen Exemplare aber nicht so wichtig wie für andere Sammler. Ich lege mehr Wert auf erschwingliche Objekte die die Entwicklung und den Untergang von Commodore zeigen. Einen „heiligen Gral“ gibt es in diesem Sinne also für mich nicht.

André Eymann: Welche Bücher zum Thema Commodore würdest Du unseren Lesern empfehlen?

Domingo Fivoli: Da gibt es eine Menge empfehlenswerte Lektüren. Ich denke, das hängt von den eigenen Interessen ab. Momentan lese ich das Buch Basic 7.0 auf den Commodore 128. Unglaublich, dass man fast 240 Seiten mit alleine dieser Basic-Version füllen kann. Ich finde es sehr interessant wie früher auf jeder noch so kleinen Funktion eingegangen wurde. So etwas vermisse ich heutzutage.

Seltenes Stück: ein Voice Recorder von Commodore. (Bild: Domingo Fivoli)
Seltenes Stück: ein Voice Recorder von Commodore. (Bild: Domingo Fivoli)
Auf dem Commodore 386 SX-LT konnte Windows 3.1 betrieben werden. (Bild: Domingo Fivoli)
Auf dem Commodore 386 SX-LT konnte Windows 3.1 betrieben werden. (Bild: Domingo Fivoli)

André Eymann: Warum ist Commodore Deiner Meinung nach 1994 insolvent gegangen?

Domingo Fivoli: Ich vermute, hauptsächlich aus einen Grund: Wenn man den verschiedenen Lektüren Glauben schenken darf, die die Entwicklung und das Ende von Commodore beschreiben, dann wurde der Betrieb (besonders zuletzt) von den falschen Leuten gemanagt. Die Preise waren außerdem nicht mehr kompetitiv und die Hardware nicht innovativ, was auch wieder auf schlechtes Management zurückzuführen ist. Die Computer wurden auf einen hohen Gewinn getrimmt und teilweise wurden deshalb Features entfernt. Als Beispiel sei der AAA-Chipset genannt.

André Eymann: Was war für Dich das Besondere an Commodore?

Domingo Fivoli: Um es aus der Sicht eines Kindes zu sagen: Tolle Spiele! Damals waren Spiele das Wichtigste und davon gab es für den C64 und Amiga jede Menge. Heute hingegen würde ich sagen, das Besondere an Commodore ist, dass ich Erinnerungen damit verbinde. Wäre mein erster Computer ein Atari gewesen, dann wären in meinem Hobbyraum vermutlich nur Atari-Rechner zu finden.

André Eymann: Vielen Dank Domingo für dieses Interview!

Links:

Andre Eymann · 02.06.2015

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ÜBER DEN AUTOR

Andre Eymann
Andre Eymann
Mich faszinieren Videospiele seit dem Anfang der 1980er Jahre. Damals begegnete ich dem Videospiel-Automaten Galaga in einer öffentlichen Gaststätte. Schnell erlag ich der Ausstrahlung der Maschine. Zu diesem Zeitpunkt war ich dreizehn Jahre alt. Im Sommer 2009 habe ich Videospielgeschichten.de gegründet. Mittlerweile schreibe ich regelmäßig Texte und veröffentliche - gemeinsam mit vielen verschiedenen Autoren - Artikel über Computer- und Videospielen auf meiner Internetseite oder in Form von Gastbeiträgen für andere Projekte. Zusätzlich gestalte ich das Erscheinungsbild der Seite und kümmere mich um die Organisation und Kommunikation von VSG.

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3 KOMMENTARE

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    Mingo kommentierte zu oben
    am 25.02.2016 um 21:08 Uhr (neuester)
    Profil bei Gravatar anzeigen
    Danke vielmals für das tolle Kompliment! Das motiviert :) Übrigens: Deine Seite ist wirklich toll, die werde ich mir genauer anschauen...

    http://mingos-commodorepage.com





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