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Höhlen von Magmor

24.07.2014 · 7 Kommentare

Höhlen von Magmor

Oben: Finde den Schatz in der BASIC-Höhle. (Bild: Yoda Zhang)

Für unseren geliebten Atari gab ja leider gar keine Software zu kaufen. Oder wir wussten einfach nicht, wo man sie kaufen konnte. Jedenfalls nicht im Kaufhaus um die Ecke. Oder sie war viel zu teuer für das Taschengeld von armen Schülern.

Aber wir kannten einen, der hatte immer Spiele und verkaufte sie uns auch, sogar recht günstig. So fuhren wir dann zu ihm hin, er zeigte uns ein paar Spiele und wir kauften ein paar oder zwei Kassetten mit Megalegs, Nautilus, Picnic Paranoia und was weiss ich noch für Spielen, die eigentlich Kopien waren. Das war uns damals gar nicht bewusst, war es doch die einzige Möglichkeit, überhaupt an Software zu kommen. Und die brauchten wir, um sehen zu können, was mit dem Computer alles machbar war, damit wir es am Ende selbst programmieren konnten.

Megalegs - Viele Beine, ein guter Klon des Originals. (Bild: Atari)
Megalegs - Viele Beine, ein guter Klon des Originals. (Bild: Atari)

Nautilus von Synapse. Unterwasserabenteuer für zwei Spieler gleichzeitig. (Bild: Atari)
Nautilus von Synapse. Unterwasserabenteuer für zwei Spieler gleichzeitig. (Bild: Atari)

Diese Kopiererei wurde später immer verbreiteter und sorgte letztendlich dafür, dass Atari nicht mehr rentabel war, denn die legale Software wurde kaum verkauft. Natürlich hatte Atari Deutschland das auch mit verbockt, denn es gab hier kaum Software zu kaufen. Und wer kauft schon einen Computer, für den es keine Programme gibt? In den USA sah die Sache ganz anders aus, da war die Software quasi zuhause und überall erhältlich. In Deutschland dauert halt alles immer viel länger, wenn es nicht sogar total untergeht.

Picnic Paranoia von Synapse. Angriff der Insekten in vollem Gange. (Bild: Atari)
Picnic Paranoia von Synapse. Angriff der Insekten in vollem Gange. (Bild: Atari)

Für mich waren die ganzen Spiele immer die beste Inspiration, denn sobald ich ein Spiel spielte, das mir gefiel, fing ich sogleich an zu überlegen, wie ich es selbst programmieren konnte und kam so auf die verrücktesten Ideen für neue Projekte.

Höhlen von Magmor war, soweit ich mich erinnern kann, der Titel eines Spieles, dass der nette Freund aus Frankfurt selbst entwickelt hatte und uns ebenfalls zeigte, aber nicht verkaufte. Man lief mit einem Helden in - soweit meine Erinnerung daran - enorm großen Höhlen - herum und kämpfte gegen allerlei Ungetier auf der Suche nach Schätzen. So in der Art wie später Gemstone Warrior. Nur in BASIC programmiert. Ich weiss bis heute nicht, was aus ihm oder dem Spiel geworden ist. Norman, wenn es Dich noch gibt, gib' ein Lebenszeichen.

Yoda Zhang · 24.07.2014

  Atari 400, Atari Deutschland, Gemstone Warrior, Höhlen von Magmor, Kassetten, Megalegs, Nautlius, Picnic Paranoia, USA, Yoda Zhang

ÜBER DEN AUTOR

Yoda Zhang
Yoda Zhang
Yoda Zhang ist Retro-Spieleentwickler und Autor. Früher auch bekannt unter dem Namen Kemal Ezcan oder KE-SOFT (Vertrieb von Atari XL/XE Software und dem ZONG-Magazin). Außerdem war Kemal durch seine Musik in der Atari-Szene bekannt. Und weil ihm das alles nicht genug war, programmierte er offizielle Spielmusik im Auftrag der Atari Deutschland GmbH und veröffentlichte diese später bei Ariolasoft. Seine Kreativität und Liebe zum Videospiel drückte sich auch in den Titeln seiner Werke aus. So entstanden Spielenamen wie Tecno-Ninja, Zebu-Land, Quadermania, Königsdiamanten, Das Geheimnis der Osterinsel oder Geisterschloss. In seinem Buch Gulp Splat Zong, Untertitel: Videospiele & Computermusik, läßt er seine eigene Geschichte Revue passieren.

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7 KOMMENTARE

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    Slicer kommentierte zu oben
    am 31.07.2014 um 15:32 Uhr (neuester)
    Profil bei Gravatar anzeigen
    Das ist genau der gleiche Effekt, den ich mit meinem ZX81 hatte. Es gab einfach so gut wie keine Spiele zu kaufen. Zumindest im Vergleich zum C64. Also tippte ich Listings ab und versuche mich darin, eigene Programme zu schreiben. Das führte zu einer sehr intensiven Begegnung mit der Technik und den Möglichkeiten meines kleinen Türstoppers. Manchmal ist weniger mehr.









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