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Messebericht: Games Convention 2005

22.04.2013 · Kommentieren

Messebericht: Games Convention 2005

Oben: Storm Troopers anno 2005 in Leipzig. (Bild: André Eymann)

Vom 18. bis zum 21. August 2005 hatte die Leipziger Games Convention, Europas größte Computer- und Videospielmesse, ihre Tore zum bereits vierten Male für alle Neugierigen, Videospielsüchtigen oder Branchenkenner geöffnet. In vier offenen Publikumstagen konnte das Spielerherz nach Lust und Laune zocken, chillen und die Neuigkeiten der Branche bestaunen. Und dabei gab es tatsächlich mehr zu erleben, als staubtrockene Produktvorstellungen. Ich habe die Messe (für mich zum ersten Mal) gemeinsam mit Freunden besucht und dabei allerlei Aufregendes erfahren.

Bereits das Leipziger Messegelände, auf dem die Games Convention seit 2002 jährlich stattfindet, bietet viel für's Auge. Den Eingangsbereich bildet eine imposante gläserne Halle, von der aus die anderen Hallen über ebenfalls gläserne Röhren erreicht werden können. Im Mittelbereich des Geländes gibt es einen kleinen Teich, der an seinen Ufern zum Ausruhen und Entspannen einlädt.

Das Leipziger Messegelände beherbergt 2005 die vierte Games Convention. (Bild: Andre Eymann)
Das Leipziger Messegelände beherbergt 2005 die vierte Games Convention. (Bild: Andre Eymann)

Historischer Einstieg

River Raid von 1982 war das erste in Deutschland indizierte Videospiel. (Bild: Andre Eymann)
River Raid von 1982 war das erste in Deutschland indizierte Videospiel. (Bild: Andre Eymann)
Im Sonderbereich „GC family“ der Messe konnte man zunächst mehr über die Geschichte der Videospiele erfahren. Hier wurden Space War, das erste bekannte Computerspiel, Pong, der kommerzielle Durchbruch, sowie River Raid, das erste in Deutschland indizierte Konsolenspiel, vorgestellt. Letzteres wurde übrigens erst 2003 von der Indizierung befreit. Jedes Spiel konnte live gespielt werden. Auf übersichtlichen Texttafeln gab es mehr über die Historie und die Hintergründe des Gesehenen zu erfahren. Nicht selten sah man hier Vater und Sohn gemeinsam spielen. Außerdem wurden die Kinder und Erwachsenen über Themen wie Jugendschutz, Lernspiele oder die Entwicklung von Spielen im Allgemeinen aufgeklärt. Für die Kleinsten gab es Malwettbewerbe. Ein Rundum-Familienpaket also.

Unter dem Motto „Spielen geht immer“ präsentierten sich die Moderatoren von NBC GIGA Games auf der Games Convention. Wenn man sich die Plakate mit den übergroßen Fotos der aus dem TV bekannten Gesichter ansah, hatte man fast das Gefühl es mit Helden zu tun zu haben. Die Veranstalter haben erkannt, dass das Ikonisieren der Moderatoren bei den Gamern gut ankam und diese eine wichtige Identifikation für die Spieler sind. Auf dem Messestand von Gigabyte wurde nochmals deutlich: Computerspiele wurden schon lang vom schönen Geschlecht als eigene Domäne entdeckt. Die Mädels der deutschen Female Counter-Strike Meisterschaft brauchen niemanden mehr, der ihnen beim Installieren und Konfigurieren ihres Systems zur Seite steht. So wurde allerorten live gezockt, was das Zeug hält. Am liebsten natürlich Counter-Strike. Auf riesigen Leinwänden wurden Counter-Strike Spielpartien bekannter Gamer gezeigt.

Einblick in das Team der deutschen Female Counter-Strike Meisterschaft. (Bild: Andre Eymann)
Einblick in das Team der deutschen Female Counter-Strike Meisterschaft. (Bild: Andre Eymann)

Weltneuheiten: Xbox 360 und Sony PSP

Nicht nur auf dem Square Enix Stand, diese stellten Final Fantasy XI vor, konnte man berühmten Programmierern aus der Branche begegnen. Auch Microsoft hatte keine Kosten und Mühen gescheut, einige hauseigene Entwickler zur weltexklusiven Präsentation ihrer neuen Konsole Xbox 360 nach Leipzig zu entsenden. Auf dem fast 2000 Quadratmeter großen und parkähnlichen Microsoft-Stand konnten die Besucher Fragen zur neuen Konsole und den geplanten Spielen stellen. Als Kaufanreiz wurden auf einem Mega-Screen hinter der Bühne aktuelle und geplante Spieltitel präsentiert. Zum Line-Up von Microsoft gehörten Age of Empires III oder Dungeon Siege II.

Microsofts neue Spielkonsole Xbox 360 soll zum Weihnachtsfest 2005 erhältlich sein. (Bild: Andre Eymann)
Microsofts neue Spielkonsole Xbox 360 soll zum Weihnachtsfest 2005 erhältlich sein. (Bild: Andre Eymann)
Werbung für Doom – Der Film. Der Klassiker von id Software soll nun auch auf die Leinwand. (Bild: Andre Eymann)
Werbung für Doom – Der Film. Der Klassiker von id Software soll nun auch auf die Leinwand. (Bild: Andre Eymann)

Die Idee ist nicht neu und erfolgreich war sie bisher nur in wenigen Einzelfällen. Dennoch wurde nun auch Doom von id Software verfilmt und wird auch bald hierzulande über die Kinoleinwände wummern. Auf der Games Convention konnte man (wenn man denn die Geduld zum Warten hatte) auf jeden Fall schon einmal einen Filmtrailer bewundern. Seit dem legendären Doom hält der Siegeszug der Ego-Shooter beständig an. Spiele wie Counter-Strike und Unreal Tournament haben ein neues Genre erschaffen, dass tausende begeistert auf kleinen und großen LAN-Partys zocken. Der neue Titel F.E.A.R. von Monolith (weitere bekannte Titel: Blood und No One Lives Forever) hat es in sich. Die Grafik legt einen besonderen Wert auf Realismus und Atmosphäre. Ein Headset und eine optische Maus sind mittlerweile zur Pflichthardware für Ego-Shooter-Gamer geworden.

Die großen Namen der Branche wie Activision, Sega, Nintendo oder natürlich auch Atari waren allesamt mit teilweise sehr exklusiven Ständen auf der Messe vertreten. Auf dem Stand von Sega wurde das Spiel Virtua Tennis für Sonys neue Handheld-Konsole PSP präsentiert. Mit der Playstation Portable hat Sony eine Handheldkonsole entwickelt, die zurzeit konkurrenzlos ist. Das große Display, die Möglichkeit Filme (allerdings nur im UMD-Format) abzuspielen und ein integriertes WLAN machen die PSP zum Primus. Viele Hersteller haben bereits Spiele produziert und weitere wurden angekündigt. Im Gegensatz zu Nintendo versucht Sony eine ältere Zielgruppe mit ihrer Konsole zu erreichen.

Atari, der Mythos einer Marke

In Knallrot präsentierte sich Atari mit seinem Stand auf der Messe. Für die Retro-Freunde der ersten Stunden von Atari ist allerdings nicht viel übrig geblieben. So standen die aktuellen Titel wie GT Legends, Fahrenheit oder The MATRIX: Path of Neo im Mittelpunkt. Nachdem Atari im Jahre 2002 von der französischen Firma Infogrames gekauft wurde, sind Atari-Spiele wieder für fast alle Konsolen und auch den PC zu haben. Erneut eine Renaissance für die amerikanische Firma, der Firma die Nolan Bushnell 1972 gegründet hatte. Denn schon oft ist der Name untergegangen und doch wieder auferstanden. Der Mythos von Atari lebt dennoch bis heute weiter.

Atari zieht auch 2005 noch viele junge Videospieler an. (Bild: Andre Eymann)
Atari zieht auch 2005 noch viele junge Videospieler an. (Bild: Andre Eymann)

Die Messe bot in fast jeder Halle Platz zum Entspannen und Spielen. Es gab ausreichend viele Konsolen, um in loungiger Atmosphäre alles ausgiebig zu testen und ungestört in der Welt der Videospiele zu versinken. So muss sich der Videospielhimmel anfühlen: Zeit und Raum spielen keine Rolle. Auf vielen Ständen waren DJ-Acts zu sehen oder stimmungsvolle Musik zu hören. Die Wartezeiten zu den Präsentationsterminen waren erträglich. Es wurde für jedes Interesse etwas geboten. So wechselten sich Kinderspiele mit nicht jugendfreien Titeln ab und Sportspiele waren ebenso vertreten wie Strategie-Titel. Um eine geregelte Trennung in den Altersklassen zu ermöglichen, wurden beim Eingang in die Messe Armbänder mit einer farblichen Kodierung verteilt.

Entspanntes Chillen und Spielen mit Nintendo Handhelds. (Bild: Andre Eymann)
Entspanntes Chillen und Spielen mit Nintendo Handhelds. (Bild: Andre Eymann)
Der imposante Messestand von Electronic Arts glich einer Arena. (Bild: Andre Eymann)
Der imposante Messestand von Electronic Arts glich einer Arena. (Bild: Andre Eymann)

Ebenfalls beeindruckend war die Präsentation von Electronic Arts. Die Firma zeigte ihre Spiele in einer Art Arena, in der man rundherum von Bildschirmen umgeben war. Electronic Arts hat für fast jedes Genre Spiele und hat diese über die Bildschirme gewaltig in Szene gesetzt. Da wirken die gezeigten Titel wie Need for Speed, Battlefield 2 oder Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde gleich doppelt so imposant.

Auf dem Stand von Speedlink gab es dann doch noch ein Urgestein der Videospielgeschichte zu bewundern. Hier konnte Pong mit einem Competition Pro-Joystick gespielt werden, der gerade als neu aufgelegte PC-Peripherie auf den Markt gekommen ist. Der Competition Pro war der Profi-Joystick zur Blütezeit der Heimcomputer und wurde fand seine erste Nutzung an Systemen wie dem Commodore 64, ZX Spectrum oder dem Amiga. Auf jeden Fall ließen es sich einige Besucher nicht nehmen, den Game-Controller gegen den klassischen Joystick zu tauschen, um eine heisse Runde Pong auszutragen.



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