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connected - der Norden zockt!

04.08.2013 · 4 Kommentare

connected - der Norden zockt!

Oben: Ein Blick in den Innenraum der Veranstaltung. (Bild: André Eymann)

Muss ich mich wirklich mutterseelenallein auf dem Dachboden verkriechen, wenn ich auf meinen Commodore 64 wieder einmal eine Runde Elite oder Zak McKracken zocken möchte? Muss ich mich als Exot oder Sonderling dabei fühlen? Die Antwort ist nein! Denn seit drei Jahren gibt es, dank Daniel Rene Steinbiss, die Veranstaltung „connected“ in Hamburgs Norden. Und dort kann ich, übrigens nicht nur als Nordlicht, mit anderen „Sonderlingen“ gemeinsam zocken, löten oder modden und mich wieder wie ein normaler Mensch fühlen! Wir haben Daniel am 28. Juni 2013 zur Entstehung und Zukunft seiner Retrocomputing-Mission befragt und gelernt, dass noch viele gute Ideen in ihm stecken.

Interview mit Daniel Rene Steinbiss

ORIGINALTEXT VOM 9. FEBRUAR 2009

André Eymann: Daniel, seit wann gibt es die connected und wie ist sie entstanden?

Daniel Rene Steinbiss: Die connected gibt es seit Mitte 2010. Sie entstand, weil die Vorgängerveranstaltung nicht mehr ausreichend Platz bot. Die Teilnehmerzahl wuchs ständig und die Räumlichkeiten waren ausgereizt. Zudem brauchten wir auch mehr Platz, um neue Ideen umsetzen zu können. Mit dem Wechsel in die neue Location zuerst in Halstenbek und ab der 5. CONN in Uetersen, erhielt die Veranstaltung auch einen neuen Namen. So wurde aus dem Vorgänger „W2 Gaming“, kurz „W2“ die heutige connected. Das „W2“ im Namen des Vorgängers bezog sich übrigens auf die schöne Gemeinde Wakendorf II, welche sich im Kreis Segeberg, etwas nordöstlich von Hamburg befindet. Ursprünglich war die „W2“ ebendort aus dem Interesse an einem norddeutschen Gamer-Stammtisch entstanden. Sie fand zum ersten Mal im April 2007 statt. Damals noch ohne mitgebrachte Hardware, in einer öffentlichen Gaststätte. Schon in den frühen Tagen der „W2“ war unser Hauptmotiv systemübergreifend und offen zu sein und sich nicht auf bestimmte Hard- oder Software zu beschränken. Diese Philosophie wurde auf die connected übertragen.

André Eymann: Wie kam der Name connected zustande und was ist das Ziel der Veranstaltung?

Daniel Rene Steinbiss: Das Ziel der Veranstaltung ist es, Menschen zu verbinden. Daher der englische Begriff connected. Außerdem gefällt uns der Name, weil er unsere Offenheit für die unterschiedlichsten Systeme widerspiegelt. Wenn also jemand seine Atari 2600-Konsole neben einem ZX81, einer PS3, einem Jubi-Macintosh oder einem DDR Robotron-Rechner aufbauen möchte, dann ist er bei uns genau richtig. Denn wir möchten die verschiedenen Interessen „verbinden“ und vermeintliche Grenzen verwischen. Wir möchten eine Ausgrenzung von Systemen vermeiden.

Übrigens hat der Name unserer Webseite, www.connected-nord.de, nichts damit zu tun, dass es vielleicht noch in anderen Himmelsrichtungen Ableger von uns gibt. Der Grund ist einfach: die Domain connected.de war leider schon vergeben und daher mussten wir ein wenig variieren (lacht).

Der Eingang zum alten Stadtwerkehaus in Uetersen: hier findet die connected mehrmals im Jahr statt. (Bild: Daniel Rene Steinbiss)
Der Eingang zum alten Stadtwerkehaus in Uetersen: hier findet die connected mehrmals im Jahr statt. (Bild: Daniel Rene Steinbiss)

André Eymann: Wie viele Teilnehmer besuchen die connected in der Regel? Wie hoch ist der Eintrittspreis?

Daniel Rene Steinbiss: Ab Mitte 2010 waren es ca. 25 bis 30 Teilnehmer. Einen neuen bisherigen Rekord stellte die connected 11 mit 57 eingetragenen Teilnehmer, ohne zusätzliche Besucher, auf. Mit den Besuchern waren wir zusammen ca. 68 Leute. Tendenz steigend.

Der Eintrittspreis variierte von anfänglich 4 Euro (nur für eine sehr kurze Zeit) bis jetzt 7 Euro für eine 3-tägige Veranstaltung und 6 Euro für den 2-tägigen Event. Die Kosten sind gestiegen. Daher bieten wir zum herkömmlichen sich selbsttragenden Eintrittspreis kostenlos Kaffee, Internetzugang (W-Lan), sowie gelegentlich Spezialitäten aus der Küche an. Ein TV- und Reparaturservice gehört ebenfalls zu unseren Leistungen. Außerdem verbesserte Schlafmöglichkeiten, Grill-Utensilien und noch ein paar andere Kleinigkeiten.

André Eymann: Wie würdest Du Deine Rolle beschreiben?

Daniel Rene Steinbiss: Ich denke, die Benennung „Initialzünder“ trifft es schon ganz gut. Ich bin Gründer, Verantwortlicher und Hauptorganisator der connected und strukturiere die Veranstaltung. Dazu gehört das Aufgreifen von Ideen, deren Umsetzung in Schwerpunkten wie beispielsweise Präsentationen, Game-Competitions und natürlich auch die Entwicklung neuer Themenbereiche.

Bunt gemischtes Treffen der Generationen: auf der connected sind die Grenzen zwischen alt und neu fließend. (Bild: Daniel Rene Steinbiss)
Bunt gemischtes Treffen der Generationen: auf der connected sind die Grenzen zwischen alt und neu fließend. (Bild: Daniel Rene Steinbiss)

André Eymann: Welche Meilensteine haben die connected von 2010 bis heute geprägt?

Daniel Rene Steinbiss: Als ersten Meilenstein möchte ich unseren „TV-Service“ erwähnen. Das bedeutet, dass wir unseren Teilnehmern im Rahmen der Veranstaltung auf Wunsch einen Röhrenfernseher aus unserem Lager anbieten, um seine Lieblingshardware anzuschließen. Wir haben mittlerweile ca. 50 Fernseher gelagert und können dem Besucher so die Qual der Schlepperei eines solchen Gerätes ersparen. Ich denke, mit diesem Angebot beherbergen wir ein Alleinstellungsmerkmal.

Ein Blick in das TV-Lager. Hier wird für jeden Bedarf etwas geboten. (Bild: Daniel Rene Steinbiss)
Ein Blick in das TV-Lager. Hier wird für jeden Bedarf etwas geboten. (Bild: Daniel Rene Steinbiss)
ZX81 meets Roadstar - Auch Sinclairs Kleinster findet hier seinen Platz. (Bild: Daniel Rene Steinbiss)
ZX81 meets Roadstar - Auch Sinclairs Kleinster findet hier seinen Platz. (Bild: Daniel Rene Steinbiss)

Ein weiterer großer Meilenstein war 2012 die Einführung unserer „Workshops“, die im Rahmen der connected dreimal im Jahr stattfinden. Dahinter verbirgt sich unser Angebot, gewünschte Umbauten, Reparaturen oder Moddings zeitlich und räumlich zu unterstützen und diese gemeinsam mit oder für den Besucher umzusetzen. Hierzu spricht sich der Besucher vorher in denn bekannten Foren oder über die Homepage mit uns ab, so dass am Tag der Veranstaltung alle notwendigen Materialien inkl. Werkzeug und natürlich die Wissensträger vor Ort sind und der Wunsch auch tatsächlich in die Realität umgesetzt werden kann. Es kann sich bei den Workshops aber auch um die Hilfestellungen beim Programmieren oder Anwenden von Software handeln. Des Weiteren bieten wir seit 2012 unseren eigenen kleinen Ersatzteilservice an. E-Teile, die jeder User, Teilnehmer, Besucher oder Sammler nicht mehr benötigt und kostenfrei abgeben möchte, kann für etwaige Weiterverwendung bei uns eingelagert werden. Und das ist nicht gerade wenig (lacht). Wir haben von einzelnen kleinen LEDs, über Netzteile, über Gehäuse aller Art, bis zu PC Mainboards und kompletten und funktionsfähigen Homecomputern, so fast alles vor Ort. Dadurch sind wir in der Lage, dem einen oder anderen Teilnehmer mit diesen Teilen helfen zu können.

Unter der Haube: Blick auf eine 6581 CPU, die auch als Soundchip SID für Commodore Heimcomputer Karriere machte. (Bild: Thomas Daden, http://www.thomas-daden.de)
Unter der Haube: Blick auf eine 6581 CPU, die auch als Soundchip SID für Commodore Heimcomputer Karriere machte. (Bild: Thomas Daden, http://www.thomas-daden.de)

André Eymann: Bei meinen Besuchen sind mir noch zwei weitere Schwerpunkte aufgefallen: zum einen die Game-Competitions (vier verschiedene Games, aus vier verschiedenen Epochen an vier verschiedenen Systemen) und dann die Präsentationen von Demos, die mit teilweise schrägen und lauten Chiptunes daherkommen. Hat Musik eine Zukunft auf der connected?

Daniel Rene Steinbiss: Jein. Musik an sich soll keine Priorität bekommen. Die Chiptunes und Präsentationen der Demoszene, auch auf einer Leinwand, sind eher zur Auflockerung und Berieselung gedacht. Sie passen gut zu unserer separaten Chillout-Area, die mit gemütlichen Sofas ausgestattet ist. Also auch in Zukunft: mehr visuelle und musikalisch unterlegte Demos, aber ein reines Musik Event wird es vorerst nicht geben.



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